Was gibt es im Neuen Museum in Berlin zu sehen?

Drei Sammlungen, ein Haus
Das Angebot beschreibt das Neue Museum als „drei Museen in einem“, und das ist ausnahmsweise keine Werbeformel. Im Haus liegen nebeneinander das Ägyptische Museum und Papyrussammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichte und Teile der Antikensammlung. Wer mit einer Erwartung kommt — meist der Büste der Nofretete — läuft dabei durch zwei weitere Sammlungen, mit denen er nicht gerechnet hat. Das ist der Grund, warum die meisten Besucher länger bleiben als geplant; wie viel Zeit realistisch ist, steht unter wie lange man braucht.
Das Gebäude ist ein Teil der Ausstellung
Friedrich August Stüler baute das Haus zwischen 1843 und 1855; es gilt als herausragendes Dokument des Museumsbaus im 19. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg wurde es schwer beschädigt und stand danach jahrzehntelang als Ruine. Ab 1985 wurde der Wiederaufbau geplant, ab 1997 leitete der britische Architekt David Chipperfield die Instandsetzung, 2009 wurde wiedereröffnet. Entscheidend ist, wie das gemacht wurde: Die sichtbaren Kriegsschäden blieben stehen, statt übermalt zu werden, und die verlorenen Räume wurden in schlichtem neuem Material ergänzt. In der Treppenhalle sehen Sie davon am meisten — von den Kaulbach-Fresken, die führende Berliner Klassizisten dort gemalt hatten, sind nur noch Spuren übrig. Battaz aus Frankreich fasst es am 4. August 2026 so zusammen: wirklich großartig, sowohl die Architektur als auch die Ausstellungen.
Die ägyptische Sammlung
Das bekannteste Stück steht im Nordkuppelsaal im zweiten Stock, in einem eigenen Raum: die Büste der Nofretete, international als Nefertiti bekannt. Sie ist aus Kalkstein mit bemalter Stuckoberfläche gearbeitet und stammt aus der Amarna-Zeit unter Echnaton, also aus der Zeit um 1353 bis 1336 v. Chr. Fotografieren ist in diesem Raum untersagt; die Einzelheiten dazu stehen unter Fotografieren im Neuen Museum.
Der zweite Kopf, den man gesehen haben sollte, ist der Berliner Grüne Kopf — deutlich kleiner, deutlich weniger fotografiert, und für viele Besucher das Stück, das länger nachwirkt. Dazu kommen Särge und Sarkophage, Papyri und Mumien. Paolo aus Italien schreibt am 22. August 2026, die ägyptische Sammlung sei besonders schön, vor allem die Büste der Nofretete.
Vor- und Frühgeschichte: der Teil, den niemand erwartet
Diese Sammlung deckt prähistorische Kulturen vom Vorderen Orient bis zum Atlantik und von Nordafrika bis Skandinavien ab. Die Stücke, an denen die Leute stehen bleiben:
- Der Berliner Goldhut, ein bronzezeitlicher Goldkegel, über und über mit Bändern aus Kreisornamenten bedeckt.
- Der „Schatz des Priamos“, die mit Schliemann verbundenen Troja-Funde.
- Die Krone von Kertsch, ein Diadem des 5. Jahrhunderts mit Granateinlagen.
- Der Barbarenschatz von Neupotz.
- Ein Neandertaler-Schädel — das Stück, vor dem Kinder zuverlässig stehen bleiben.
Aus der Antikensammlung
Von der Antikensammlung sind Teile hier untergebracht, darunter der Xantener Knabe, eine Bronze, und eine römische Helios-Statue. Sie stehen eher beiläufig im Rundgang, und genau deshalb entdeckt man sie.
Gehen Sie zuerst nach oben zur Nofretete und arbeiten Sie sich dann nach unten. Der Nordkuppelsaal ist morgens am leersten und füllt sich im Lauf des Tages, das Erdgeschoss nicht in gleichem Maße.
Ein Rundgang, der funktioniert
Von der James-Simon-Galerie hinein, direkt in den zweiten Stock zum Nordkuppelsaal, dann zurück durch die ägyptischen Säle mit Grünem Kopf, Sarkophagen und Papyri, anschließend über die Treppenhalle nach unten in die Vor- und Frühgeschichte zu Goldhut, Troja-Funden und Neandertaler-Schädel. Wer dann noch Luft hat, geht ins Alte Museum oder in die Alte Nationalgalerie nebenan — dafür brauchen Sie allerdings die Tageskarte, siehe Eintritt und Tickets und den Museumsinsel-Vergleich.
Häufige Fragen
Was gibt es im Neuen Museum in Berlin zu sehen?
Drei Sammlungen: das Ägyptische Museum und Papyrussammlung mit der Büste der Nofretete, das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Goldhut, Troja-Funden und Neandertaler-Schädel sowie Teile der Antikensammlung.
Wo steht der Berliner Goldhut?
Im Neuen Museum, in der Abteilung für Vor- und Frühgeschichte. Der bronzezeitliche Goldkegel ist mit Bändern aus Kreisornamenten bedeckt und gehört zu den Stücken, an denen fast alle stehen bleiben.
Ist der Schatz des Priamos im Neuen Museum?
Die mit Schliemann verbundenen Troja-Funde gehören zum Museum für Vor- und Frühgeschichte und sind hier zu sehen. Wie lange Sie dafür brauchen, steht unter wie lange man braucht.
Kann man im Neuen Museum fotografieren?
Überwiegend ja, im Nordkuppelsaal aber nicht. Die Regeln stehen unter Fotografieren im Neuen Museum.
Warum sieht das Gebäude teilweise unfertig aus?
Weil es so gewollt ist. Beim Wiederaufbau unter David Chipperfield blieben die sichtbaren Kriegsschäden stehen, verlorene Räume wurden in schlichtem neuem Material ergänzt. 2009 wurde wiedereröffnet.